Stadt und Landkreis Karlsruhe informieren zum Coronavirus

Pressemitteilung Landkreis Karlsruhe Veröffentlicht 9. Oktober 2020, 13:55 Uhr

"Es macht keinen Unterschied, ob man aus einem Risikogebiet aus dem Ausland oder Inland kommt"

Bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik berichtete Landrat Dr. Christoph Schnaudigel über die aktuelle Corona-Situation. Demnach steigen die Infektionszahlen auch im Stadt- und Landkreis Karlsruhe. 2.395 gemeldete und bestätigte Fälle wurden im Stadt- und Landkreis Karlsruhe bislang gezählt. 2032 Personen gelten als genesen, 264 werden aktuell als infiziert geführt. 99 Menschen sind seit Beginn der Pandemie verstorben. Sorge bereitet der Anstieg der Infektionen. Zwar sei man im Landkreis mit 21 und im Stadtkreis mit elf Infektionen pro 100.000 Einwohnern noch ein gutes Stück vom 50er Grenzwert der 7-Tages-Inzidenz entfernt, das Infektionsgeschehen werde aber zunehmend diffuser. Während es bei Reiserrückkehrern relativ wenige Kontakte zu verfolgen gab, sei dies bei Schülerinnen und Schülern ungleich aufwändiger, weil das Containment gleich ganze Klassen umfasst.

Dementsprechend habe das Gesundheitsamt derzeit alle Hände voll zu tun, allein in der vergangenen Woche mussten 1.000 Menschen kontaktiert werden. Um das bewältigen zu können greife man flexibel auf anderes Personal der Kreis- sowie auch der Stadtverwaltung zurück, das für diesen Zweck speziell geschult wurde. Eindringlich appelliert hat Landrat Dr. Christoph Schnaudigel an das Verhalten jedes Einzelnen: Es hänge von jedem selbst ab, ob die Infektionszahlen weiter steigen. Wer sich an Hygienemaßnahmen halte und sorgsam im Umgang mit den eigenen sozialen Kontakten ist, tue ein Maximum, um Ansteckungen zu vermeiden. Wer die Grundregeln dagegen vernachlässigt trage dazu bei, dass die Infektionszahlen ansteigen.

Nicht förderlich für die Bereitschaft, Regeln einzuhalten seien dabei die bundesweit uneinheitlichen Regelungen für Reiserrückkehrer aus innerdeutschen Risikogebieten. Während es für Reiserückkehrer aus Risikogebieten im Ausland bundesweit einheitliche Regeln im Hinblick auf die Folgen wie eine 14-tägige Quarantänepflicht gibt, gelten für Fahrten aus Risikogebieten innerhalb von Deutschland in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Vorschriften. „Wenn ein Karlsruher Bürger nach einem Wochenendreise in Paris hier in Quarantäne muss, nach einem Berlinbesuch aber nicht, versteht das niemand, sagt Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, der sich im Oberrheinrat als Vorsitzender der Kommission Verkehr, Raumordnung und Katastrophenhilfe länderübergreifend engagiert. Er vertritt die Auffassung, dass es europäisch betrachtet keinen Unterschied macht, ob man aus einem Risikogebiet aus dem Aus- oder Inland einreist. Auch beim Beherbergungsverbot gibt es unterschiedliche Regeln: So existiert in Rheinland-Pfalz eine Ausnahme für Geschäftsreisende, in Baden -Württemberg dagegen nicht. „Dies hat zur Folge, dass Gäste der Messe Karlsruhe nun in Rheinland-Pfalz übernachten müssen, was infektiologisch keinen Sinn macht“, zeigt der Landrat auf, der für eine Vereinheitlichung der Regeln plädiert.

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