Stadt und Landkreis Karlsruhe informieren zum Coronavirus

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Pressemitteilung Stadt und Landkreis KA Veröffentlicht 8. April 2020, 14:43 Uhr

Jede kundige Hand hilft in Heimen

Mit einem Bündel an Maßnahmen und konsequenter Kooperation zwischen allen Beteiligten wollen Stadt- und Landkreis (möglichen) Corona-Infektionen in Pflegeheimen begegnen. Dazu beriet sich ein Sonder-Verwaltungsstab am Samstag vergangener Woche in der Gartenhalle – auch große Pflegeheimträger waren eingebunden.

Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup hatte kurzfristig zu diesem Krisengipfel eingeladen, nachdem sich bundesweit Meldungen über teils dramatische Verläufe in Pflegeheimen gehäuft hatten. In enger stufenweiser Abstimmung mit Heim-aufsicht und Gesundheitsamt – beratend und qualifizierend – sowie betreuenden Ärzten sollen sich die Heime auf eine mögliche Infektion und positive Befunde in Bewohner- oder Mitarbeiterschaft einstellen. Etwa in Einrichtungen in Stutensee und Bretten gab es bereits mehrere kommunale Fälle. „Die allermeisten positiv getesteten Bewohnerinnen und Bewohner können in den Heimen kompetent versorgt, nur wenige müssen in die Krankenhäuser verlegt werden“, fasste Mentrup bisherige Erfahrungen zum Thema zusammen. Geboten sei gerade bei Infektion kompetentes und konsequentes Anwenden der Hygieneanforderungen. Versorgungsengpässe drohten zunehmend bei Schutzausrüstung, hausärztlicher Versorgung in den Heimen und nicht zuletzt beim Personal, dessen substanzielle Bedeutung das Stadtoberhaupt nochmals unterstrich.

Die Stadt sagte zu, aus eigenen Beschaffungen besonders betroffene Heime bevorzugt mitzuversorgen. Insbesondere dann, wenn bestellte Lieferungen in den nächsten zehn Tagen einträfen. Hausärztliche Versorgung soll durch mobile Teams der kassenärztlichen Vereinigung und Ansprache benachbarter Praxen gesichert werden. Mit Landrat Dr. Christoph Schnaudigel rief Mentrup am Mittwoch für Stadt und Kreis dazu auf, dass sich früher im Gesundheitsbereich Tätige (insbesondere mit Pflege- oder hauswirtschaftlicher Qualifikation) melden sollten, um notfalls, bei Engpässen in Pflegeheimen unterstützend eingesetzt werden zu können. Sollte dies über Wochen nötig sein, erfolgte ein Abklären mit dem Arbeitgeber.

„Wir müssen jetzt alle zusammenstehen und auch für unsere ältesten Mitbürgerinnen und Mitbürger da sein“, betonte der OB. Seit Mittwoch greift zudem eine Erweiterung der weiterbestehenden Landesverordnung, wonach Bewohnerinnen und Bewohner Heime nur noch aus triftigen Gründen verlassen sollen. Dies meint die medizinische Versorgung, existenzielle Besorgungen sowie Spaziergänge oder Aufenthalte im Freien, sofern dies alles nicht die Einrichtung ermöglicht. „Insbesondere in besonders gefährdeten oder bereits vom Virus betroffenen Altenwohn- und Pflegeeinrichtungen hilft jetzt jede kundige Hand“, appellierte er mit dem Landrat. Interessierte erhalten für die Stadt Karlsruhe über die Internet-Adresse www.karlsruhe.de/hilf-im-heim und für den Landkreis Karlsruhe unter www.landkreis-karlsruhe.de/hil... Informationen und können Bereitschaft zur Mithilfe dort hinterlegen. Ein ermunternder Aufruf ging auch an die Hausärzte, in ihrem Engagement in den Heimen nicht nachzulassen. In Vorbereitung ist ferner, ehrenamtliche Kräfte der Rettungsorganisationen für mögliche Unterstützungsleistungen – einzeln oder als Task-Force, falls viele Beschäftigte durch das Corona-Virus ausfielen – einzubeziehen.

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