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Mitteilung Land Baden-Württemberg Veröffentlicht 16. Mai 2020, 09:40 Uhr

Kunst trotzt Abstand

Das Kunstministerium Baden-Württemberg hat einen Masterplan Kultur „Kunst trotzt Abstand“ veröffentlicht, aus dem wir einige Schwerpunkte darstellen. Den gesamten Plan können Sie sich ebenfalls hier downloaden.

In dem Plan heißt es: „Eine schrittweise Öffnung des Kulturbetriebs aber wird immer wichtiger, weil gerade in dieser gesellschaftlichen Krisensituation die Kultur mit ihren Möglichkeiten und Angeboten fehlt – als Ausdruck und Ort der Reflektion, der Selbstvergewisserung, der historischen und gesellschaftlichen Verortung, der Kontaktaufnahme, der kreativen Lösungen, der Unterhaltung. Diese Balance zwischen Gesundheitsschutz und öffentlichem kulturellem Leben gilt es auszugestalten.“

Mit der Öffnung der Bibliotheken und Archiven sowie der Museen und Ausstellungs- häuser wurden in den letzten Wochen erste Schritte der Lockerung unternommen und Erfahrungen im Umgang mit Abstands- und Hygienemaßnahmen im Kulturbe- reich gesammelt. Parallel dazu waren viele Kulturschaffenden mit vielfältigen und faszinierenden digitalen Programmen online präsent und haben dadurch auch neue Publikumsgruppen angesprochen.

Um jetzt weitere Öffnungsschritte möglich und das kulturelle Leben wieder analog für die Gesellschaft zugänglich zu machen, hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst den Masterplan Kultur BW | Kunst trotz Abstand zu Öffnungsperspektiven & Unterstützung in Corona-Zeiten aufgelegt. Der Masterplan fokussiert die notwendigen organisatorischen und finanziellen Schritte und beinhaltet die Aspekte Unterstützungsprogramme – Öffnung mit Augenmaß – Fortführung Dialog | Kulturpolitik für die Zukunft. Er ist nicht abschließend – es wird in den kommenden Wochen und Monaten weitere Aktualisierungen, Konkretisierungen und Ergänzungen geben müssen, in Abhängigkeit vom Verlauf der Pandemie.

Corona-Notprogramm für Kunst und Kultur

Mit einem Impulsprogramm „Kunst trotz Abstand“, ausgestattet mit 7,5 Mio. Euro, sollen kulturelle Veranstaltungen gefördert werden, die trotz der aktuellen Beschränkungen und unter Einhaltung von Auflagen umgesetzt werden können. „Wir stellen uns vor, dass Kultureinrichtungen, Amateurvereine und Kinos dabei ganz eng mit freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern zusammenarbeiten, und werden vor allem die Künstlerhonorare fördern.“

Öffnung mit Augenmaß: Kultur im Sommer 2020

Der Masterplan Kultur BW beschreibt notwendige Hilfen und Öffnungsszenarien für den Kulturbereich des Landes Baden-Württemberg.

In einem ersten Schritt sind seit dem 20. April 2020 öffentliche Bibliotheken und Archive unter strengen Auflagen zum Infektionsschutz wieder geöffnet.

Seit 6. Mai 2020 haben Museen, Freilichtmuseen und Ausstellungshäusern die Möglichkeit, wieder zu öffnen. Die meisten staatlichen Museen haben seit dem 12. Mai wieder für das Publikum geöffnet. Für die Museen haben wir im engen Dialog mit den Landesmuseen und dem Museumsverband Baden-Württemberg Hinweise für den täglichen Betrieb, den Schutz der Beschäftigten und des Publikums erarbeitet. Auch Führungen und museumspädagogische Angebote für Kleingruppen bis 4 Personen sind bereits möglich.

„Im Bereich der Theater, Bühnen, Soziokulturellen Zentren, Konzerthallen und anderen kulturellen Veranstaltungsorten planen wir in den kommenden Wochen ebenfalls eine stufenweise Öffnung. Dabei müssen die Bereiche vor, auf und hinter der Bühne berücksichtigt werden. Kleine künstlerische Veranstaltungsformate mit weniger als 100 Beteiligten sollen ab 1. Juni 2020 wieder möglich sein, wenn die räumlichen Bedingungen das zulassen und die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsvorgaben zum Schutz des Publikums und der Mitwir- kenden garantiert werden kann. Das können zum Beispiel Kammermusik, kleine Pop- oder Jazzkonzerte, Liederabende, Lesungen, Solistenauftritte, Theater- und Tanzaufführungen in kleiner Besetzung sein. Die rechtlichen Voraussetzungen dafür werden rechtzeitig in der Corona-Verordnung geschaffen. Weitere Schritte zur Ermöglichung von Veranstaltungen sollen folgen.

Für einen möglichen Spiel- und Vorstellungsbetriebs von Theater, Tanz und Musik ist es wichtig, dass der Probenbetrieb möglich ist. Ab sofort darf daher der Probenbetrieb mit mehr als fünf Personen für professionelle Theater, Orchester sowie Chöre unter Einhaltung strenger Sicherheitsmaßnahmen wieder aufge- nommen werden. Zu den Sicherheitsmaßnahmen gehören u.a.:

- die Notwendigkeit eines Sicherheitskonzepts für die Durchführung der Pro- benarbeit;

- die Einhaltung der zum Infektionsschutz und Arbeitsschutz gebotenen Standards. Die jeweils aktuell geltenden Empfehlungen für den Proben- und Spielbetrieb der gesetzlichen Unfallversicherung (VBG) sind einzuhalten;

- die Freiwilligkeit der Teilnahme an Präsenzproben für Angehörige sogenannter Risikogruppen.

- Um den Schutz der Künstlerinnen und Künstler zu gewährleisten, wird ein Verfahren mit regelmäßigen Corona-Test bei professionellen Ensembles geprüft.

Einzelunterricht ist im Bereich der Amateurmusik analog zu den Regelungen möglich, die für öffentliche Musikschulen gelten. Proberegelungen für mehr als 5 Personen werden hier gemeinsam mit den Verbänden und Vereinen in einem nächsten Schritt entwickelt, sobald die Corona-Verordnung dies zulässt.

Kulturbetriebe, Theater und musikalische Ensembles brauchen Planungssicher- heit. Das Ministerium hat deshalb am 5. Mai gemeinsam mit der Stadt Karlsruhe und der Stadt Stuttgart die reguläre Spielzeit 2019/20 der beiden Staatstheater in Karlsruhe und Stuttgart abgesagt. Damit wird bis zum Ende der aktuellen Spielzeit und bis 31. August das vorgesehene Programm nicht wie geplant stattfinden. Diesem Vorgehen sind andere Theater bereits gefolgt. Programme außerhalb des ursprünglich geplanten Spielplans werden auch an diesen Häusern möglich sein.

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