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Zum aktuellen Lagebericht im Städtischen Klinikum äußerten sich heute gegenüber dem Coronaportal Pflegedienstleiterin Elvira Schneider und der Medizinische Geschäftsführer Prof. Dr. med. Michael Geißler.

Der Ärztliche Direktor spricht angesichts der aktuellen Entwicklung der COVID-19-Pandemie von einer "kontrollierten Lage in der Region". Es gebe zwar hohe Infektionszahlen, aber keine besorgniserregenden Entwicklungen. Man habe eine "normale Belegung" auf den Allgemeinstationen, 5 Corona-Fälle gibt es auf der Intensivstation, davon werden 4 beatmet. Zudem liegen 3 infizierte Kinder im Klinikum.

Zu den beschlossenen bundesweiten Maßnahmen erklärt Prof. Geißler, er finde sie "insgesamt gut", man sehe eine Perspektive, baue aber eine Notbremse ein, wenn sich die Lage in der Kliniken wieder verschlechtere. Auch die "aktuellen Empfehlungen" - z.B. in Clubs 2G+-Lösungen, alles weitere 3G, findet der Medizinische Geschäftsführer in Ordnung. "Ganz volle Fußballstadien" seien aktuell jedoch kontraproduktiv und auch bei Diskotheken, sowie kleinen engen Räumen, Fastnachtsumzügen, und großen Festen in Hallen, wo "eng geschunkelt wird" beschleicht ihn ein ungutes Gefühl, das sei "im Moment noch zu früh."

Prof. Geißler betont andererseits, es sei wichtig, dass Kultur und Privatleben wieder möglich sind, wenn "Hygienemaßnahmen und Masken bleiben". Sein persönlicher Appell beschreibt schließlich ein aus seiner Sicht vermeidbares und eher düsteres Szenario: "Wir brauchen die Impfpflicht! Die Impfquote ist noch zu niedrig. Wenn wir mit 20 Millionen ungeimpften Menschen in den Winter rutschen, beginnt alles von vorn."

Konkret benötigten 2fach Geimpfte jetzt einen "Booster". Ältere, bereits geboosterte Menschen ab 70, sowie Teams im Gesundheitssystem dagegen die 2. Boosterimpfung. Das könne man wohl nur hinbekommen mit einer Impfpflicht, denn über eines müssten sich die Menschen im klaren sein: „Wenn ich im nächsten Herbst frei durchs Leben gehen will , dann muss ich mich impfen lassen.“

Elvira Schneider berichtet von einer nach wie vor angespannt hohen Ausfallquote an Pflegekräften, von den zahlreichen Quarantänemaßnahmen und Beschäftigungsverboten bei den Pflegeteams. "Wir prüfen jeden Einzelfall und haben natürlich die Hoffnung, dass sich die Zahl der erkrankten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bald reduziert."

Zum einen sind in der Pflege im Städtischen Klinikum aufgrund von Covid-Erkrankungen die Ausfälle vorhanden, zum anderen wirkt sich nach ihren Worten natürlich auch der bundesweite Fachpflegemangel aus. "Das wird auch in den nächsten Monaten so bleiben", betonte sie und es bedürfe einer großen Kraftanstrengung, um diesen Zustand zu ändern.

"Wir machen natürlich Kampagnen, um nicht nur neue Kolleginnen und Kollegen zu gewinnen, sondern auch um die, die bei uns sind, an uns zu binden und deren Arbeitsbedingungen zu verbessern." So sucht man nach wie vor auch neues Personal aus dem Ausland, versucht zudem attraktive Ausbildungsplätze anzubieten. Es sei aber auch die Politik gefragt: "Wir brauchen einen Masterplan Pflege!"

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